1874 - 1892

Im Jahre 1874 wütete ein verheerendes Feuer in Kammern und fast die gesamte Ortschaft wurde in Schutt und Asche gelegt. Dieses Ereignis hat sicherlich die Idee und deren Umsetzung mitgetragen eine eigene Feuerwehr zu gründen. Zur damaligen Zeit waren noch Nachtwächter im Dienst, die in der Nacht für Recht und Ordnung sorgten und auch dafür, daß kein offenes Feuer in der Nacht ohne Aufsicht brannte.

Der Grundstein für die heutige Freiwillige Feuerwehr Kammern wurde am 6. März 1887 mit der Gründung des Vereines der freiwilligen Feuerwehr in Kammern gelegt. Am 19. März 1887 kam es zur ersten Generalversammlung und es wurde Herr Johann Gößnitzer als Wehrhauptmann und Herr Albert Merlak als sein Stellvertreter gewählt.

Aus den Büchern geht hervor, daß sich die Mannschaft der noch sehr jungen Wehr im Oktober 1890 bei einem Großbrand in Döllach (Töllach in der Gemeinde Gai) beweisen musste, wofür der Kommandant auch "belobende Anerkennung" aussprach.

In den ersten Jahren waren nur sehr bescheidenen finanzielle Mittel vorhanden und auch die Geräte beschränkten sich auf ein sehr übersichtliches Maß. Lediglich vom Ankauf einiger "Zivilmonturen" wurde geschrieben, bis im Jahr 1891 ein Leiter-Karren angeschafft wurde. Auch Mundschwämme sind angefürht - vermutlich zum Schutz vor dem Rauch. In diesem Protokoll vom 21. Februar 1892 wird weiters erwänt, daß die "Spritze" anlässlich des Brandes einer Köhlerhütte in Pfaffendorf nicht verwendbar war. Um welche Spritze es sich dabei handelte konnte nicht eruiert werden, da die Spritze, welche  auch noch heute im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Kammern ist, laut Aufschrift erst 1895 beschafft wurde. Anzunehmen ist jedoch, daß es sich dabei um die erste voll dienstfähige Pumpe der FF Kammern handelt. Diese ist übrigens am Marktplatz in der Vorderansicht der "Museumstenne" zu bewundern. In diesem Jahr 1892 wurde Herr Franz Lichtenwimmer zum Wehrhauptmann gewählt.

Leider enden mit diesem Protokoll auch die Aufzeichnungen aus dieser Zeit und beginnen erst wieder mit der Generalversammlung am 3. Mai 1908.

1908 - 1938

Interessant sind aus dieser Zeit auch die damaligen Dienstbezeichnungen wie z.B. Steiger, Schlauchmann, Schützenmann oder Spritzenzugführer, aber auch den Titel des Hornisten gab es. Aus all diesen Informationen ist ersichtlich, dass die Feuerwehr seit Anbeginn an mit militärischen Grundsätzen aufgebaut und auch geführt wurde. Franz Aigner wurde 1909 zum Hauptmann gewählt, bevor er 1914 sein Amt an Johann Schartner übergab, der bis 1922 als Hauptmann im Dienst war. Ihm folgte Franz Judmaier bis 1927. Die folgenden zwei Jahre war Michael Telsnig Kommandant.

Trotzdem ist in den Protokollen so manch Antrag dokumentiert, der auch zum Schmunzeln anregt. So zum Beispiel wird im Jahr 1911 beantragt, dass doch jedes Ehrenmitglied wenigstens zu seinem Namenstag beglückwünscht werde. Oder 1920, dass die Schlauchmannschaft im Notfalle auch zur Spritze herangezogen werden würfe. Im Grundsatz ist dieser Antrag auch heute noch gültig, sollte doch jeder Feuerwehrmann, der ein Gerät zu bedienen hat, auch dafür ausgebildet sein. Für diese Ausbildung ist zur damaligen Zeit noch die eigene Feuerwehr voll und ganz zuständig, wogegen heute die Grundausbildung Sache der eigenen Wehr ist und alle weiteren Ausbildungen an der Feuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring abgehalten werden.

1924 wurde der Antrag gestellt, dass all jene Kameraden, welche nachweislich nicht zur Übung kommen konnten, als entschuldigt anzusehen seien. Auch wird in selbigem Protokoll vermerkt, dass ein zweiter Schlüssel für das Rüsthaus angeschafft wird und ab diesen Zeitpunkt sowohl beim Hauptmann, als auch beim Zeugwart ein Schlüssel sei. Im Jahr 1928 wurde bei der FF Kammern die erste motorisierte Spritze angeschafft, welche zuvor in Wien durch die Kameraden Loschat und Berger angesehen und gekauft wurde. Damals war, im Gegensatz zu heute, der Großteil der Einsätze Brandeinsätze.

1929 übernahm Karl Dösinger als Wehrhauptmann. 1931 wurde Franz Judmaier zum Kommandanten gewählt und bekleidete das Amt sicher bis zum 23. April 1938. Zu dieser Zeit gab es die letzten Aufzeichnungen vor dem 2. Weltkrieg.

1939 - 1956

Die Aufzeichnungen über abgehaltene Wehrversammlungen enden mit Beginn des 2. Weltkrieges und beginnen wieder mit dessen Ende. So sind die Informationen aus dieser Zeit sehr spärlich, trotzdem aber gab es sehr wohl die FF Kammern, nur eben nicht in gewohnter Weise. Da zu dieser Zeit die meisten wehrpflichtigen Männer im Krieg waren, bestand die FF Kammern fast zur Gänze aus Frauen. Diese mussten auch Übungen abhalten und meisterten so manchen Einsatz.

Nach dem Krieg wurde die FF Kammern wieder in Männerhand übernommen, nicht ohne jedoch den Frauen für die Dienstleistung den entsprechenden Respekt zu zollen. Das erste Protokoll nach dem Krieg wurde  am 22. Juli 1945 aufgezeichnet. In dieser Nachkriesgszeit war es, so wie auch zuvor sehr schwierig, mit dem vorhandenen Gerät eine Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten. Es war sehr viel Improvisationskunst gefragt und natürlich auch Kameradschaft. Diese Kameradschaft ist es auch was eine Freiwillige Feuerwehr ausmacht. Ohne diese Kameradschaft wäre es unmöglich im Einsatz zu bestehen oder aber auch für die Allgemeinheit da zu sein, wann immer es notwendig ist. Es steckt Freude dahinter, Freude anderen helfen zu können und sind es noch so schwierige Bedingungen.

Bei der FF Kammern war nach dem Krieg ein Fahrzeug vom Typ Steyr 12 vorhanden, welches während des 2. Weltkrieges von der Feuerwehr und Rettungsabteilung Trofaiach kam. Dass es sich dabei um ein sehr robustes Fahrzeug gehandelt haben muss, zeigt der Umstand, dass während einer Ausfahr nach Mautern im Winter 1944 dieses Fahrzeug von der Straße abkam, mit Ochsen nach Kammern zurückgezogen wurde und nach kurzer Überprüfung wieder einsatzfähig war. Dieses Fahrzeug wurde dann jedoch gegen einen Bedord Blitz getauscht. Ein solches Fahrzeug ist heute noch bei der FF St. Peter-Freienstein zu bestaunen. Als Ersatz wurde danach ein Ford FK 1215 beschafft. Mit einem dieser Fahrzeuge begannen im Jahre 1956 die Leistungen der Bewerbsgruppe der FF Kammern. Zuerst im 1:6 Bewerb, der als Vorläufer des 1:8 Bewerbes gilt, den es heute noch gibt, konnte die Mannschaft zahlreiche Erfolge nicht nur im steirischen Raum sondern auch in den angrenzenden Bundesländern feiern.

1970 - 2010

Die 70er des alten Jahrtausends sind die bis dahin sicherlich tatkräftigsten. Im Jahre 1973 wurden die ersten Überlegungen für den Neubau eines Rüsthauses angestellt. Das alte Rüsthaus, welches aus den Gründerjahren stammt, entsprach nicht mehr den Anforgerungen einer modernen Feuerwehr. So war es auch, dass ein Jahr später am selben Platz und dem Ankauf eines angrenzenden Grundstückes mit dem Bau begonenn wurde.

1977 wurde der bis dahin im Dienst stehende Ford durch ein Löschfahrzeug von Mercedes mit Vorbaupumpe ersetzt. Rund 50.000,-- Schilling (ca. 3.600,-- EUR) wurden seitens der Feuerwehr Kammern beigesteuert. Die Bevölkerung von Kammern spendete mehr als 70.000,-- Schilling (ca. 5.000,-- EUR) für diese Vorhaben. 1979 war der Bau fertig und wurde zusammen mit dem Rüstwagen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung durch den Pfarrer gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Dieser Bau ist bis heute unsere "Zentrale".

Im Jahr 1975 wurde durch die Wehr ein alter VW Bus, vermutlich Typ 1 Baujahr 1958 bis 1960, vom Bundesheer in Klagenfurt angekauft und unter großem Arbeitseinsatz wieder flott gemacht. Natürlich wurde er feuerwehrrot lakciert und auch nagelneue Blaulichter wurden beschafft. Dass der Bus über eine 6-Volt Fahrzeugspannung verfügte und die neuen Blaulichter aber für 12 Volt ausgelegt waren, bemerkte man erst, als sich die Blaulichter nicht wie sonst üblich drehten und nur fahler Schein von den Glühbirnen kam. Darüber wie das Problem gelöst wurde, schweigen die damaligen "Mechaniker" eisern. Fest steht, dass der für seine Sparsamkeit bekannte damalige Kommandant Viktor Winkler nicht sehr erfreut darüber war. Trotzdem stand dieses Fahrzeug bis 1983 im Dienst, bevor es von einem modernen VW Bus Typ 3 abgelöst wurde. Jenes stand bis 2004 im Dienst der FF Kammern.

Es war aber auch die Zeit in der die Einsätze immer mehr wurden. Es war die Zeit der "Schoberpassbundesstraße", die unzählige Opfer forderte, lag der Abschnitt durch unser Liesingtal ziemlich in der Hälfte der Strecke, die die Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland und retour zurücklegten. Hätte es damals schon, die vor einigen Jahren ins Leben gerufenen PEER's oder Kriseninterventionsteams gegeben, sie hätten einiges zu tun gehabt. Zur damaligen Zeit jedoch war es üblich, dass man das Erlebte im Anschluss an den Einsatz im Rüsthaus beim Zusammensitzen verabeitete und sich auch dort wieder auf die Kameradschaft verlassen konnte.

Mit dem Bau und der Inbetriebnahme der A9, der "Phyrnautobahn" änderte sich dies schlagartig. Es sind zwar immer noch technische Einsätze unser Haupteinsatzgebiet, aber bei Weitem nicht mehr diese Schreckenszenarien aus der Zeit der "Gipsy-Road". Nicht nur die Straße als Infrastruktur wurde sicherer, auch die Fahrzeuge selbst wurden immer sicherer. Für den Insassen im Falle eines Unfalles ein Segen der Technik. Falls es aber dennoch zu einem Unglück kommt, muss auch unsere Technik am neuesten Stand sein. Sow wurde im Jahr 1993 ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF-A 2000) ein Steyr 13S23 angeschafft, das auch mit technischen Komponenten ausgerüstet wurde. Ein hydraulisches Rettungsgerät ugs. Schere und Spreitzer waren Bestand der Neuanschaffung. Dieses Fahrzeug ist auch heute noch in unserem Bestand und ist auf Grund der 1a Pflege auch in einem sehr guten Zustand, muss es auch noch einige Jahre gute und zuverlässige Dienste leisten.

10 Jahre später wurde das damals schon in die Jahre gekommene Mercedes Löschfahrzeug aus dem Jahr 1977 durch ein neues ersetzt. Es handelt sich dabei um ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung vom Type Iveco 140E24 (LFB-A). Da bei diesem Fahrzeug eine Einbauseilwinde der Fa. Rotzler mit 5to eingebaut wurde, wurde auf diesem auch die technische Komponente versorgt. So wurde "Schere und Spreitzer" vom TLF auf das LFB-A umgebaut und im TLF wurden andere Gerätschaften für den Löscheinsatz untergebracht. Den heutigen Fahrzeugbestand komplettiert ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF-A) vom Typ VW T5.  Dieses wird vornehmlich für den Mannschaftstransport eingesetzt.

Da wir auch weiterhin versuchen am Stand der Technik zu bleiben, um auch weiterhin effektiv und zuverlässig unsere Hilfe anbieten zu können, haben wir im Frühjahr 2010 unter Beibehaltung unserer "alten Zentrale" ein neues Rüsthaus bezogen. Notwendig wurde es, da wir Anfang 2010 zu einer Stützpunktfeuerwehr wurden. Zusätzlich bekamen wir ein vom Konzept her brandneues Fahrzeug mit der taktischen Bezeichnung WLF-K - ein Wechselladefahrzeug mit Kran.